Jun 022009
 

Das Projekt ist erfolgreich gestartet!

Ein Bericht von Prof. Margarethe Mahr

Das Meteorologische Institut hat unserer Schule eine Wetterstation für die Aufzeichnung der Klimadaten zur Verfügung gestellt. Die Station wurde von Dr. Hoi und Prof. Freimann im Herbst im Schulgarten errichtet.

Die Österreichischen Bundesforste, mit denen wir Kontakt aufgenommen haben, sponserten uns Holz für circa 100 Nistkästen. Das Holz wurde in den Semesterferien geliefert. Die ÖFB ermöglichten uns die Nistkästen im angrenzenden Wald, der Eigentum der ÖBF ist, zu montieren. Förster Holzinger versorgte uns auch mit Kartenmaterial, damit waren alle Grundgrenzen abgeklärt.

Unter der Leitung von Prof. Barton erfolgte unmittelbar nach den Semesterferien die Massenproduktion der neuen Vogelquartiere. In kürzester Zeit bauten die SchülerInnen der 2. bis zur 4. Klassen über 100 Nistkästen. Prof. Buchhammer verpasste den Nistkästen mit ihren SchülerInnen den letzten Anstrich. Das war eine ganz tolle Leistung!

Nun war es höchste Zeit, diese im Wald zu verteilen und zu montieren. Auch dabei halfen viele trotz kaltem und nassem Wetter mit. Die SchülerInnen der 2B verbrachten einige Stunden mit Dr. Hoi und Dr. Griggio beim Nistkastenmontieren. Die Schüler, besonders Clemens, Björn und Pascal (die ich jetzt nicht erwähnte, mögen mir verzeihen), freuten sich mit Dr. Griggio Englisch zu sprechen. Die Wissenschaftler vom KLIVV kommen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt und sprechen daher zum Verständnis für alle Englisch. SchülerInnen der 4. und 5. Klassen und den Biologischen Übungen waren alle an diesem Teil des Projektes beteiligt. Somit war der erste, wichtige Teil getan. Die Quartiere der Blaumeisen waren bezugsfertig.

Der nächste Abschnitt unserer Arbeit war für die SchülerInnen der 1. Klassen und einige Freiwillige, die die Beobachtungsaufgaben bereits vom Vorjahr kannten, bestimmt. Prof. Hoi vom KLIVV gab den SchülerInnen der 1. Klassen am 16. März 2009 eine Einführung in die einheimische Vogelwelt, speziell über die Blaumeisen. Zudem wurden die Beobachtungsaufgaben mit den BiologielehrerInnen abgestimmt.

Prof. Winkler vom KLIVV hielt für die LehrerInnen des Sacre Coeur am 29. März eine Fortbildung in Theorie, am KLIVV, und am 3. April 2009 in der Praxis, im Wald rund um die Schule, über einheimische Vögel und Vogelgesang.

Ende März starteten die Erstklässler, ausgerüstet mit neu angekauften Ferngläsern, die Beobachtungen. Bei jedem Wetter wurden ab 7 Uhr 30 die Aktivitäten, wie Gesang, Nestbau, Paarung bei den Nistkästen protokolliert. Nach dem Schlüpfen der Meisen führten die Kinder Fütterungsprotokolle über 30 Minuten. Das war wirklich harte Arbeit! In Dreiergruppen wurde beobachtet. Eine/r beobachtet den Nistkasten, eine/r stoppt die Zeit, eine/r trägt in das Beobachtungsprotokoll ein. Die Blaumeiseneltern füttern in der Früh innerhalb von 10 bis 30 Sekunden. Dabei haben sich manche als richtige WissenschaftlerInnen entpuppt.

Die SchülerInnen der 2. Klassen dokumentierten wöchentlich die Laub- und Knospenbildung unserer Laubbäume, um Daten für die Vegetationsentwicklung zu liefern.

Am 11. Mai 2009 veranstalteten Dr. Hoi und Dr. Kristin, ein Insektenspezialist aus der Slowakei, mit unseren SchülerInnen der 2. Klassen einen Projekttag mit dem Thema: Insekten bestimmen, fangen und quantifizieren. Das Bestimmen und Quantifizieren der wichtigsten Futterinsekten für die Blaumeisen soll ab nächstem Jahr ein weiterer Schwerpunkt unseres Projektes sein.

Mittlerweile sind mehrere OrnithologInnen vom KLIVV bei uns im Bio-Kammerl eingezogen, vermessen, wiegen, beringen und beobachten die Vögel und zapfen ihnen für Vaterschaftstest das Blut ab. Dr. Matteo Griggio, Michela Grantiero und Mahr Katharina sind für den wissenschaftlichen Teil zuständig und zeigen unseren SchülerInnen, wie diese Arbeiten richtig gemacht werden. Alle Erstklässler dürfen bei der Freilandarbeit einen Nestling halten und mithelfen. Das ist und war aufregend!

Prof. Dobiasch und Prof. Fohringer bearbeiten die Klima-, die Phänologiedaten und die Ergebnisse der Insektenzählung mit ihren SchülerInnen im Informatikunterricht. Das wird auch ein Teil der Arbeit im der letzten Schulwoche sein.

SchülerInnen der 1. Klassen zeichnen in Bildnerischer Erziehung Blaumeisen.

Jetzt sind bereits alle Nistkästen wieder leer, die Jungen und ihre Eltern wurden wissenschaftlich erfasst, sie sind ausgeflogen.

Nicht nur Blaumeisen haben unsere Nistkästen besiedelt, sondern auch Sumpfmeisen. Diese sind eine echte Rarität. Wir hoffen, dass im nächsten Jahr noch mehr Vögel die vorgegebenen Quartiere annehmen.

Die nächste Arbeit für Freiwillige und SchülerInnen der Biologischen Übungen, die immer bei allen Aktivitäten des Projektes fleißig mitarbeiteten, ist, die Nistkästen zu reinigen und auszubessern, vor allem jene, die der Specht demolierte.

Danken wollen wir allen Mitarbeitern, allen voran Dr. Herbert Hoi, der dieses tolle Projekt an unsere Schule brachte, Dr. Matteo Griggio, Dr. Anton Kristin, Michela Granatiero, Katharina Mahr, Förster Friedrich Holzinger (ÖFB), allen KollegInnen unserer Schule, die das Biologenteam unterstützten.

Trotz sehr großer Arbeitsintensität und manchem kreativen Chaos wollen wir dieses Projekt in keiner Weise missen, da es eine große Bereicherung unseres Schulalltags darstellt.

Fotos

 

 

 

 

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